Nastja – Die bloggende Mox

rezension von „Split Fiction“

Eine Rezension von Split Fiction, einem Computerspiel, in welchem man zu zweit mehrere Level bestehen muss. Eine Co-Produktion mit Nerdigel, www.nerderlei.dehttps://x.com/Artist2be42 weil für das Spiel „Split Fiction“ nur eine „Split Rezension“ angebracht ist.

Bildquelle: Nerdigel, www.nerderlei.de, https://x.com/Artist2be42

Split Fiction von Hazelight Studios, welches am 6. März 2025 unter dem Publisher Electronic Arts erschien, ist ein Spiel, in welchem man zu zweit mehrere Level bestehen muss, in dem man nur in echter Zusammenarbeit und mit Aufgabenteilung weiterkommen kann. Es gibt keine Möglichkeit das Solo zu spielen, was auch bewusst der Idee dahinter widersprechen würde. Es gibt einen Discordserver, auf dem man Mitspielende suchen kann, jedoch macht es wohl am meisten Spass, mit jemandem zu zocken, den man kennt.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass nur eine*r der beiden Spielenden das Spiel kaufen muss, Spieler 2 darf dank «Freundes-Pass» gratis mitzocken. Hazelight ist bereits für diese Art des Koop-Gameplays bekannt, haben sie schon mit “It takes two” und “A way out” viele Spielende begeistern und überraschen können. Mit Split Fiction ist es erstmals möglich, nicht nur Online Koop zu zocken, sondern auch noch plattformübergreifend. Bei den anderen beiden Games war man noch an die Plattform gebunden. Für uns war Split Fiction der optimale Einstieg, denn ich spiele auf PC über Steam und mein Nerdigel (auf Twitter bekannt als Nerderlei) mit einer Xbox Series X.

Gemeinsam haben wir ca. 25 Spielstunden in den zahlreichen Welten von Split Fiction verbracht. Was wir davon hielten, wie es uns gefiel und welche Kritikpunkte wir dabei gefunden haben, könnt ihr hier in nachlesen – Weil für ein Spiel wie „Split Fiction“ nur eine „Split Rezi“ angebracht ist.

Von Nastja

Vom Nerdigel

Wir wollen zusammen zocken!

 Als meine Lieblingsnerdin vorschlug, was zusammen zu spielen, war ich sehr interessiert, aber auch etwas skeptisch. War ich doch zu doof, zu ungeschickt und zu unbegabt für solche Spiele. Aber das ist kein Grund das nicht mal auszuprobieren. Diese Skepsis hielt sich auch weiterhin aufrecht als wir mit dem Spiel begannen – sicher 5 oder 10 Minuten lang. Dann war ich Feuer und Flamme.

Mir ging es genauso. Und ich muss sagen, deine Einschätzung erwies sich als grandios falsch, denn du hast das Spiel sehr gut gemeistert, überhaupt nicht ungeschickt, im Gegenteil! Und mich hat Split Fiction ebenso im Sturm erobert nach nur wenigen Minuten.

 Der Splitscreen

Man spielt mit geteiltem Bildschirm. Etwas, was ich anfangs eher irritierend und unnötig fand, und erst später den Sinn dahinter verstand. Es geht nämlich nicht darum, dass jeder seinen Part macht. Es geht um Zusammenarbeit! Teilweise hilft es sehr, sehen zu können, was der andere sieht, nicht nur wenn man mal irgendwo nicht weiterkommt. Es unterstreicht nochmals die Wichtigkeit des Teamworks und den Teamgeist. Und später wird der geteilte Bildschirm auch sehr kreativ ins Spiel als dynamische Mechanik und Herausforderung eingebunden.

 Da kann ich nur zustimmen. Auch das finde ich, hat Hazelight gut durchdacht, und alles hat einfach einen Sinn, selbst der Split-Screen – der je nach Szene auch mal zusammenschmelzen konnte. Das unterstützte die Dynamik und Spannung sehr, auch wenn es erst irritierend war.

Die Kreativität der Level

Jedes Level ist anders aufgebaut, hat andere Mechaniken, andere Herausforderungen. Ob es nun ein Rätsellösen ist, ein «Jump & Run»-Teil, ein Rumballern oder ein Weg finden durch Hindernisse, es ist immer anders und immer kreativ. In Anlehnung an viele andere Games werden oft bewusst deren Elemente genutzt, nur um ein paar Minuten später ganz neue Elemente und Mechaniken einzubauen. Jedoch nie als Plagiat, sondern klar als Hommage. Der Ideenreichtum ist unglaublich vielfältig. Ich stell mir vor, wie ein Entwicklerteam zusammensass, brainstormten was sie einbauen wollenl,  sämtliche guten wie schlechten Ideen aufschrieben… und dann sagt der Chef: «Okay, wir nehmen alles, baut alles zu einer Geschichte zusammen!»

 Exakt! Ich habe mich oft dabei erwischt, wie ich mit offenem Mund staunend da saß und einfach genoss, was uns geboten wurde. Dieses “oh guck, das ist doch an dies und das angelehnt” zog sich durch das gesamte Spiel, aber wie Nastja schon sagt, ohne dass es nach Plagiat müffelte. Nein, so absolut nicht! Ich glaube, ich habe noch nie so viel Kreativität und Liebe zum Detail erlebt, wie in diesem Game. Und das ist besonders erstaunlich, eben weil bewusst mit Nostalgie und mit “Member-Berries” (das “kennste, kennste” Symptom) gespielt wird und damit auch mit Erwartungen, die aber immer übertroffen wurden und die kleinen Geschichten oft unerwartete Wendungen nahmen. Die Spielelemente und -mechaniken waren nicht nur super vielfältig und kreativ, sondern machten immer Sinn und flochten sich nahtlos in die jeweiligen Levelabschnitte ein, fühlten sich organisch an und oft “fühlte” man dadurch intuitiv, was man tun soll. Dieser Spagat von bekannten Elementen, Erwartungen, neuen Ideen und Mechaniken hat Hazelight meisterlich geschafft.

Die Spielmechaniken der Level

Da wir in den Köpfen und Ideen zweier sehr unterschiedlichen Schriftstellerinnen wandeln – eine SciFi Autorin, die andere Fantasy, ist wie Nastja schon sagt, allein dadurch für Abwechslung gesorgt. Man ist in einer Welt (eben Fantasy oder SciFi) und wechselt diese durch einen sogenannten Glitch (dazu im Story-Teil dann mehr). Sehr elegant gelöst, wie ich finde. Die Glitches zeigen nicht nur den Weg in der Hauptstory, sondern tauchen auch auf, um abseits des Weges auch (optional) Nebenstränge zu erleben. Diese sind zwar nicht notwendig, aber wer fasziniert ist von der Art des Spiels, wird sich in den Ar*** beissen, weil man nicht wirklich alles davon sehen konnte. Ehrlich, man verpasst echt ne Menge, wenn man das auslässt.

Wie schon erwähnt, sind die Level kreativ und abwechslungsreich aufgebaut. Trotz der fortlaufenden Wechsel der unterschiedlichen Spielmechaniken, erkennt man immer schnell und sehr intuitiv wie zu spielen ist. Die Wechsel sind nicht so schnell, dass es einen verwirrt, aber schnell genug, um fortlaufend Neues zu bieten. Hazeight Studios hat hier meisterliches vollbracht. Auch die Szenerien, wechselnd von SciFi zu Fantasy und zurück, bieten enorme Abwechslung und sorgt für offene Münder.

Die Grafik

Mit einem Wort: Zauberhaft! Es war wirklich wunderschön anzusehen. Auch wenn vielleicht die 240 FPS-Raytracing-4K-HDR-DLSS-Enthusiasten nicht ganz auf ihre Kosten kommen werden, ist nichts, wirklich gar nichts an der Grafik auszusetzen. Sowohl die SciFi- als auch die Fantasy-Welten überzeugten uns sehr. Und mich hat die Grafik echt umgehauen auf der Xbox. Sogar Grafikstile und Perspektiven wurden manchmal an bekannte Spieleklassikern angelehnt und das sehr gekonnt. 

Das einzige, was ich an der Spielumsetzung in dem Punkt vielleicht kritisieren könnte, wäre, dass wenn ich beispielsweise auf der Xbox einen Screenshot während einer Cutscene machte, dass dann sehr häufig Bild und Ton asynchron wurden. Das regulierte sich dann aber sofort, wenn man wieder aus der Cutscene ins Spielgeschehen wechselte. Anfangs hatte ich Angst, das bleibt auch im Spiel so, was ja gerade bei den kniffligen Jump n Run Sequenzen fatal hätte sein können. Aber leider kann ich das nicht als Ausrede für meine zahlreichen Spieltode verwenden.

Die Grafik ist toll. Es ist keine ultra-realistische Grafik mit Raytracing, sondern einfach wunderschöne Grafiken, die ins jeweilige Setting passen und Stimmung vermitteln.

Der Schwierigkeitsgrad

Das man stirbt gehört zum Programm. Da ist aber kein Problem. Man respawnt fast immer ohne grossen Zeitverlust ein paar Schritte vorher und fährt gleich weiter. Split Fiction bietet einiges an Anti-Frust-Mechaniken. Bei schwierigen oder zeitkritischen «Jump & Run»-Teilen, respawnt man dann bei der Position der Mitspielenden. Die Rätsel sind manchmal anspruchsvoll, aber hier hilft es oft auch mal die  zweite Bildschirmhälfte anzuschauen.

Wir schafften dies ohne je mal im Internet nachschauen zu müssen, früher oder später mit viel ausprobieren kamen wir immer selbst auf einen grünen Zweig. Darauf bin ich etwas stolz.

Einzig die Bosskämpfe brauchten sehr viel Geduld und der Schwierigkeitsgrad war da für uns schon an der Grenze. Trotzdem haben wir es immer irgendwie geschafft. Auch hier scheint es gewisse Anti-Frust-Mechaniken zu geben: Zweimal ist uns aufgefallen, dass es gewisse Schritte im Bosskampf sehr subtil übersprang und einem so half zu gewinnen, wenn man zu oft starb.

Wie Nastja schon sagt, das Frustpotential wird bewusst gering gehalten. Klar, will man die Leute fordern, wirklich an die Grenzen stoßen lassen, weil auch das den Gemeinschaftssinn weiter stärkt. Denn nichts lässt Menschen näher zusammenwachsen, als das Gefühl, gemeinsam eine schwere Situation überstanden zu haben, sie gemeistert zu haben und daraus auch gestärkt sich emporheben zu können.

Diese gemeinsamen Erfolgserlebnisse bietet das Spiel massig. Aber will natürlich keinesfalls, dass einem vielleicht schwächeren Mitspielenden der Spaß am Spielen vergeht, weil er nicht mithalten kann und die Gruppe aufhält, das würde ja genau das Gegenteil möglicherweise bewirken und den Zusammenhalt schwächen. Und auch diesen Spagat zwischen Fordern und Grenzen ausloten und Frust gering halten und dafür lieber Dinge/Situationen überspringen, gelingt Split Fiction sehr gut

Klar sind wir unzählige Male in den Abgrund gehüpft, wurden von Bossgegnern zermalmt oder die Welt zeigte uns auf andere Weise, wie und wo wir uns besser fokussieren sollten. Und die Bosse waren teilweise wirklich verflucht schwer. Wir brauchten bei jedem einzelnen mehrere Anläufe – allein schon, um die Angriffswellen kennenzulernen und herauszufinden, was wann wer wie tun muss. Aber wir schafften es fast jedes Mal – bis vielleicht die beiden Male, die Nastja schon erwähnte. Das Gefühl ist wirklich unglaublich gut und ich meine auch, dass es uns auch auf eine Art noch näher brachte. Also es lohnt sich einfach, stur zu bleiben. Angst, dass man zurückbleibt oder Leute aufhält, muss man nicht haben. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass niemand sich mal ver- oder überschätzt und eben den Spieltod stirbt. Also muss sich niemand über- oder unterlegen fühlen.

Das Koop

Ich glaube, genau hier haben Hazelight Studios ihre eigene kleine Nische gefunden. Klar, es gab schon in den 80ern Spiele, die man nur zu zweit an einem Gerät meistern konnte, z.B. „Die Goonies” oder “Vikings” und auch bei diesen Spielen war es so, dass jede Figur spezielle Fähigkeiten hatte und diese für das Weiterkommen essentiell waren. Aber trotzdem wage ich zu behaupten, dass es Hazelight auf ganz eigene und neue Art gelungen ist, diese Spielmechanik “Koop” ins Zentrum zu stellen, nicht nur als witziges Gimmick, es ist der Kern, das Herz des Spiels. 

Es war eine fantastische Erfahrung, einfach gemeinsam an Problemen heranzugehen im Spiel und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Wir lachten wirklich sehr viel und rauften uns aber auch gleichzeitig oft die Haare, weil es einfach richtig knifflig war. Ich glaube, das besonders tolle ist, dass nicht nur die unterschiedlichen Fähigkeiten der Spielfiguren von tragender Wichtigkeit sind, sondern auch die der Spielenden. Der eine kann gut rätseln, der andere ist ein richtig guter Jump n Run Spieler, wieder ein anderer hat ein krasses Auge für Details und findet somit schneller den richtigen Weg etc. Jeder Mensch hat sowohl Stärken, wie auch Schwächen. Aber im Koop – in der Gemeinschaft – können genau diese Schwächen eben durch die Stärken anderer ausgeglichen werden. Auch vielleicht eine wichtige Erfahrung für Spieler*innen.

Zusammenarbeit ist das Thema und der rote Faden durch das ganze Game. Zum einen  durch die Spielmechanik, wo jede Figur eigene Fähigkeiten hat und eigene Aufgaben, die nur in Zusammenarbeit zu überwinden sindber auch im zusammen Rätseln und Austüfteln wie es weitergeht. Ich würde wohl noch heute vor gewissen Wänden stehen, wenn mein Nerdigel da nicht einfach die nächste Wand lang rannte (Wallrunning) oder mir zeigt, dass man an Stangen auch rauf- und runterklettern kann.

Die Story

Es ist keine Story mit wahnsinnig viel Tiefgang. Sie beginnt seicht und locker und unterhaltsam. Doch mit zunehmendem Spielfortschritt, offfenbaren sich auch da, dann immer mehr tiefen, bewegende Momente und ernste Situationen. Eine sehr gelungene Mischung bzw. Entwicklung, die Hazelight Studios da liefern.

Ja gut, die reine Prämisse der Story ist vermutlich schon in den ersten paar Minuten glasklar zu durchschauen, wie die einzelnen Konflikte auf dem Weg sein könnten und was wohl am Ende sein würde – vermutet man sehr schnell. Und auch wenn man denkt, dass die Story oberflächlich genug wäre, um sie ständig vorhersehen zu können, wird man sich vermutlich genau wie wir sehr häufig wundern und an anderen stellen ist es einfach egal, dass es genau so kam, wie man vermutet, es trifft einen trotzdem mitten ins Herz.

Eine Organisation (RADER), die Jung-Autor*innen verspricht ihren unveröffentlichten Werken Leben einzuhauchen, ihnen zu dem längst verdienten Ruhm zu verhelfen, sie bekannt zu machen – sie aber letztlich auszubeuten und zu hintergehen – auf der einen Seite. Auf der anderen Seite zwei junge Schriftstellerinnen, die wohl bisher nicht von Erfolg gekrönt waren und hierin ihre letzte große Chance sehen mögen. Eine Fantasy-Autorin (Zoe, meine Spielfigur) und eine Sci-Fi-Autorin (Mio, Nastjas Figur), die nicht nur in punkto Genrewahl unterschiedlicher nicht sein könnten. Autorinnen die plötzlich in einen erbitterten Kampf gegen das Unternehmen RADER und ihren Machenschaften hineingeworfen werden und sich etlichen Gefahren sowie Abenteuern stellen und dabei in verschiedenste Welten und Geschichten eintauchen müssen.  Also natürlich wirkt alles erstmal sehr klischeehaft und eben durchschaubar, aber das ganze bietet reichlich Stoff für großes Konfliktpotential. Und das wird auch sehr gut genutzt. 

Die Welten und auch Geschichten sind an Kreativität und Abwechslungsreichtum (wie bereits erwähnt) kaum zu überbieten. Beide Protagonistinnen wachsen einem mit der Zeit unglaublich ans Herz. Hazelight versteht es, einen mit ihren Geschichten zu berühren, einen zu fesseln und hineinzuziehen. Man lacht wirklich sehr viel, nicht nur weil man sich blöd anstellt, sondern einfach weil viel witziges in der Welt passiert – von Kommentaren der beiden Mädels bis hin zu skurillen Ereignissen in der Welt. Und ja, auch die Welt und all ihre Schöpfungen darin wachsen einem auch sehr schnell ans Herz – und zwar aus beiden Welten – Sci-Fi und Fantasy – wobei vielleicht Fantasy die süßeren Weggefährten bereit hält. Ja, man kriegt öfter auch andere Figuren dazu bzw. verkörpert diese, die eben Avatare von Zoe oder Mio darstellen, oder man bekommt helfende Wesen dazu. Auch das ist immer fantastisch umgesetzt und fügt sich nahtlos ins Geschehen ein. 

Im Grunde jagen Zoe und Mio sog. “Glitches” hinterher, womit sie auch von einer Geschichte in eine andere gelangen können. Was es damit auf sich hat, erfährt man in der Geschichte immer mehr und auch, dass es der Dreh und Angelpunkt von allem ist. Ich fand es einen unglaublich geschickten Move und erinnert vielleicht auch den einen oder anderen an “Ratchet & Clank: Rift Apart”, wobei die Wechsel zwischen den Welten selten so nahtlos vonstattengehen in Split Fiction, weil eben beide Figuren ihren Zutritt bestätigen müssen.

Die Protagonistinnen

Hachja, Zoe und Mio. Ich mag die beiden wirklich sehr. Eben irgendwie das Paradebeispiel von “Gegensätze ziehen sich an” – allerdings erfrischender Weise wirklich rein platonisch. Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass Konsumierende egal welches Mediums immer nur Romanzen und allen voran Erotik erwarten. Herausgeber versuchen ja oft solchen Trends gerecht zu werden und bauen dann ständig sowas ein. Bei Serien wie beispielsweise aktuell “Wednesday” auf Netflix gibt es unzählige Fans, die den beiden Protagonistinnen der Serie romantische Gefühle unterstellen, einfach weil sie sich das wünschen und deshalb hineinlesen wollen. Fans, die dann vielleicht u.a. schwerstens enttäuscht sind, wenn die beiden Mädels (Wednesday und Enid) eben einfach stinknormale Freundinnen bleiben. 

Ich fürchte, den Leuten fehlt allmählich das Konzept von wahrer Freundschaft und den Wert darin. Filme wie “Thelma & Louise” hätten heute vielleicht nur noch Erfolg, wenn die beiden im Bett landen und sich eben so gegen die Männer stellen. Aber das muss doch gar nicht sein. Es geht auch anders. Gott sei Dank.

Und genau das zeigt nämlich auch Split Fiction. Eine wunderschöne und starke Freundschaft zwischen zwei ebenso starken Frauen.

Die beiden Protagonistinnen, die Zynikerin und das Naivchen, offenbaren mit der Zeit immer mehr Tiefen und aus einseitiger Abneigung entwickelt sich eine schöne Bindung zueinander. Nein, keine Romanze und das ist auch gut so. Einfach zwei Frauen die im Verlauf der Geschichte beste Freundinnen werden. Und auch wir Spielenden haben mehr als einmal gesagt: Die beiden sind einfach toll!

Eignungstest für Paare

Nicht ganz ausschliesslich humoristisch kam der Gedanke auf, dass so ein Spiel eigentlich ein guter Test für Paare wäre. So im Sinne von: Wenn ein Paar heiraten will, müssen Sie vorher Split-Fiction zusammen durchspielen. Wenn sie das schaffen und dann noch miteinander reden, ohne sich an die Gurgel zu gehen, dann dürfen sie heiraten.

Ich wäre absolut dafür, dass man einen Split Fiction Heiratsführerschein absolvieren sollte! Oder bevor man plant, den nächsten Schritt in der Beziehung zu gehen, z.B. zusammenziehen oder ähnliches. Diese Art wie man gezwungen ist, gemeinsam Probleme zu lösen und dafür logischerweise zu kommunizieren, kann sicher für das ein oder andere Paar erhellend sein. Wenn sowieso schon gewisse Dynamiken existieren in der Beziehung, könnten diese vielleicht weiter befeuert oder vielleicht sogar überwunden werden – je nachdem, wie die Spielenden eben drauf sind. Ich würde es tatsächlich jedem Paar, das gerne zockt, ans Herz legen. Probiert es einfach aus. Im Grunde ist jedes Ergebnis, das ihr durch so ein Game erzielen könnt – auf eure Beziehung bezogen – ein Gewinn, selbst wenn sich herausstellt, dass man eben doch nicht so gut zusammenpasst wie anfangs erhofft. Denn lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Übrigens auch normale platonische Freundschaften können damit sicher auf ähnliche Weise gewinnen – es muss keine romantische Beziehung sein.

Selbst berufliche Gemeinschaften könnten hier gewinnen, wenn sie dieses Spiel oder eines dieser Machart als teambildende Maßnahme vielleicht einmal jährlich spielen lassen würden. Und nur die Teams, die daraus lernen, also zusammenwachsen und mit- statt gegeneinander arbeiten, kommen auch beruflich weiter.  Das würde vieles in der aktuellen Welt verbessern.

Fazit

Für mich ein Meisterwerk, das seinesgleichen sucht. Voller Kreativität, Spannung, Spass, Abwechslung und Adrenalin und ein Spiel des Jahres würdig.

10/10

Ja, da kann ich kaum etwas hinzufügen – Nastja hat es eigentlich schon sehr gut zusammengefasst, außer noch: Gefühl und Seele, weil davon hat das Spiel auch reichlich. 

Und übrigens so was ich auf Youtube und Co. gesehen habe, spricht das Spiel nicht nur Frauen an, weil eben Frauen die Protagonisten sind. Nein, auch zahlreiche männliche Spieler werden hineingezogen und finden es wirklich klasse. Also keine falsche Scheu Jungs, auch ihr werdet euren Spaß damit haben.

Zusammenfassend kann auch ich sagen: Split Fiction ist ein Meisterwerk geworden! Für mich wird das noch sehr lange eines der schönsten Spielerfahrungen der letzten Jahre bleiben. Nicht nur, weil ich es mit Nastja zusammen erleben durfte, aber natürlich auch.

Von mir auch eine klare

10/10