Nastja – Die bloggende Mox

Nastja – The blogging Mox

Gezeichnete Katze mit einseitigen Audio-Cideo-Headset

«T800 auf Shoppngtour» 

Eine Einkaufstour in Night City ist immer spannend. Auch für den Verkäufer. Eine Cyberpunk-Kurzgeschichte von Nastja, der Mox.

Publiziert am 7.4.2020 im Cyberpunk-Forum.com im Rahmen eines Foren-RPG-Spiels mit 3 Forenfraktion (Corpos, Nomads und Streetkids). Die Geschichten dienten als Propagandatexte und ab Teil 2 ist immer eine Filmanspielung dabei.

 

Weibliche Cyberpunk im Waffenladen deutet auf das Sortiment.

Irgendwann, irgendwo in den Badlands.

Liebes Tagebuch,

Heute war Shopping angesagt. Während sich die Corpos und die Streetkids sich irgendwo um die Vorherschafft irgendwelcher abgehalfterter Gebäude prügelten, gingen wir Nomads ungestört auf Einkaufstour. Ab und zu brauchen auch wir gewisse Utensilien aus NightCity.

Rasch teilten wir uns auf und machten unsere Besorgungen, ich hatte mich da abgesetzt um mal die alten Jagdgründe und Standplätze zu besuchen, ebenso wie meinen Stamm-Ripperdoc um eine Generalüberholung meines weiblichen Waffenarsenals durchzuführen. Die Implantate hat er ganz gut hingekriegt, aber bei der Gesichtsstraffung hat er etwas übertrieben, da ist alles so starr, ich kann grad knapp den Mund bewegen um paar Worte rauszupressen, der Rest ist wie eingefroren, selbst die Stimmbänder klingen eingerostet. Hoffentlich geht den Hautstraffer-Naniten bald die Energie aus.

Anschliessend war ich shoppen. Nur paar Schuhe, Hose, Mantel… was man halt so braucht. Da gab es aber Probleme mit dem Ladenpersonal, die wollten doch tatsächlich, dass man die Sachen bezahlt! Ich wusste ja nicht dass die gleich ein halbes dutzend Sicherheitsmänner hinterher jagen, wenn man wegrennt. Glücklicherweise konnte ich sie knapp abhängen, aber da mir die Puste ausging flüchtete ich in den nächstbesten Kleinladen, während die Sicherheitsmeute noch die Strassen nach mir absuchte.

***Auszug aus dem Überwachungssystem «I-C-ALLTM» (von Militech International Armaments(R)) aus dem Waffengeschäft «Gun for Fun», 13:46:51.Eine potentielle Kundin (Aufgrund der Gesichtsanalyse mit mind. 89.42% Wahrscheinlichkeit ein Cyborg) tritt an an den Tresen. Begrüssungsritual wird durchgeführt, Verkaufsverhandlung eröffnet. Beginne Transkription.***

Kundin: «Den Selbstlader dort, Kaliber 12.»
Verkäufer: «Ist ein italienisches. Mit der Hand zu spannen, vollautomatisch. »
Der Verkäufer legt das Gewehr auf den Tresen
Kundin: «Das 45er-Longslide mit Laservisier.»
Der Verkäufer zeigt der Kundin die Waffe.
Verkäufer: «Das ist brandneu. Wir haben es gerade reingekriegt. Ein sehr gutes Gewehr! Man berührt nur den Abzugshahn dann leuchtet der Leuchtstrahl auf und dann bringt man den roten Punkt dorthin wo die Kugel hin soll. Man kann nicht verfehlen. Sonst noch was?»
Kundin: «Ein phasenkoordiniertes Plasmagewehr mit einer 40er Reichweite! »
Verkäufer: «Nur was sie hier sehen, meine Freundin. »
Kundin: «Das Uzi 9mm! »
Verkäufer: «Sie kennen sich mit Waffen gut aus was? Jede von denen ist ideal zur Selbstverteidigung. Also…welche möchten sie denn?»
Kundin: «Alle!“
Verkäufer: „Oh dann kann ich heute ja mal früh Feierabend machen.Die Handfeuerwaffen haben 2 Wochen Lieferzeit, aber die Gewehre können sie gleich mitnehmen… »
Die Kundin greift in eine Schachtel auf dem Tresen und bedient sich
«He! Das können sie hier nicht tun!»
Kundin: «ICH KANN!»
Die Kundin steckt sich den Lolly aus der Schachtel in den Mund, dreht sich um und rennt hinaus ohne auf die empörten Beschimpfungen des Ladeninhabers zu achten.

***Überwachungssystem «I-C-ALLTM» (von Militech International Armaments(R)) aus dem Waffengeschäft «Gun for Fun», Beende Transkription. Situationsdiagnose: Irrational agierender Cyborg, Wahrscheinlichkeit der Ursache in defektem Logikmodul: 74.4%. Empfehle umgehenden Austausch des KI-Chips. Städtische Stelle für herumstreunende Cyborgs avisiert.***

Liebes Tagebuch

Die Leute werden auch immer unhöflicher. Ich war in einem Waffenladen, habe etwas geplaudert und Atem geholt und etwas Zeit geschunden in dem ich mir die Waren angeschaut habe. Als ich dann ging, hat der Verkäufer mich aufs gröbste beschimpft, und das nur weil ich einen Lolly habe mitlaufen lassen. Die Leute werden auch immer dünnhäutiger…

Nomads: Man muss kein kaufmännisches Genie sein, um bei den Nomads mitzumachen, es reicht wenn man schneller ist als die ursprünglichen Besitzer der Ware. Regeln für die Anderen, Freiheit für uns!

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