Nastja – Die bloggende Mox

Nastja – The blogging Mox

Gezeichnete Katze mit einseitigen Audio-Cideo-Headset

«Der kaninchenbau» 

Welche Pille? Rot? Blau? Grün? Schwarz? Die Auswahl an chemischen Stimulanzien auf der Strasse ist enorm. Eine Cyberpunk-Kurzgeschichte von Nastja, der Mox.

Publiziert am 20.11.2020 im Cyberpunk-Forum.com im Rahmen eines Foren-RPG-Spiels mit 3 Forenfraktion (Corpos, Nomads und Streetkids). Die Geschichten dienten als Propagandatexte und ab Teil 2 ist immer eine Filmanspielung dabei.

Kräftiger Mann mit nacktem Oberkörper und schrille Cyberpunk begegnen sich auf der Strasse.und

Liebes Tagebuch

Die Vorteile von LouboutinCX-High-Heels? Man erhält eine lebenslange Garantie auf alle Arten von Defekten und Schäden (Mit lebenslang ist die Lebensdauer eines Mode-Zyklus gemeint, welche maximal 3 Monate beträgt). Problem: Das bedingt, dass man in der Kundendatenbank erfasst ist oder eine Kaufquittung vorweisen kann. Fehlt das wie bei mir fehlt, wird jeder seriöse, zertifizierter Schuhmechaniker dir höchstens die Bullen (wenn man Glück hat) auf den Hals hetzen.

Aber in Night City findet man mit etwas Erfahrung alles, auch illegal agierende Mechaniker, welche die elektrischen Einzugsabsätze reparieren können, wenn das Geld stimmt. Problem: Ich hab kein Geld.

Aber es gibt immer Lösungen. Ich habe einen Strassenmechaniker gefunden, der sich komischerweise nur Q nennt. Er hat mir das Angebot gemacht, sich dem Problem anzunehmen. Als Bezahlung wollte er nur eine Runde auf der Matratze mit mir. So ein Arsch! Denkt der wirklich ich wäre so ein billiges Flittchen? Nur um paar Schuhe zu flicken? Dem habe ich aber ordentlich die Meinung gesagt! Und das hat gewirkt: Er repariert nun meine Schuhe, hat sogar versprochen ein paar „Partymacher“ draufzulegen und hat sich dafür mit einem Blowjob begnügen müssen. Ich bin halt eine knallharte Verhandlerin – oder wie das heisst.

Aus diesem Grund steh ich nun Barfuss vor seinem Laden, während er drinnen an meinen Schuhen schweisst, lötet oder sonst was am Machen ist.

Mir gegenüber steht ein dunkelhäutiger, lederbekleideter Riese mit einem komischen Namen, den Q organisiert hat. Er hält eine offene Dose mit ein paar roten und ein paar blauen Kapseln drin in der Hand. „Q hat mir gesagt du hättest Interesse daran was neues zu testen. Sie gehören dir. Das einzige was du machen musst ist genau aufzuschreiben, wie sie bei dir wirken und welche Nebenwirkungen sie vielleicht haben. Sie sind natürlich ganz harmlos.“

Da ich ja nicht auf den Kopf gefallen bin, frage ich nach: „Und wie sollten sie theoretisch wirken? Sicher hat man irgendeine Idee oder ein Ziel.“

Er starrt mich mit steinernem Gesicht an: „Schluckst du die blaue Kapsel, wird es sein als ob du aufwachst und alles was du glauben willst, wird wahr sein. Schluckst du die rote Kapsel, kommst du ins Wunderland und gerätst in die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.“

„Häh?“ frage ich perplex.

„Ach, probiers einfach aus“ sagt er immer noch emotionslos „Aber merke dir, niemals mischen! Kapseln beider Farben gleichzeitig würde deinen Kreislauf zum Kollabieren bringen und du gibst schneller den Löffel ab, als du Scheisse sagen kannst.“

„Jaja, Ich bin ja nicht blöd!“ sage genervt, und frag mich was das Wort kollabieren wohl bedeutet. „Nun schieb schon endlich die Schätzchen rüber.“

Er mach weiter auf cool und schiebt mir die Dose rüber. Ich nehme sie an mich und nehme gleich eine blaue Kapsel und schlucke Sie runter. „Verdammt! Das ist ja eklig! Abartig. Wer macht blaue Kapseln mit Orangengeschmack? Ich hoffe die Roten sind wenigstens passend, Erdbeere oder so.“ Ich nehme eine rote Kapsel und werfe sie ein.

Dem Riesen entgleiten die Gesichtszüge „DU DÄMLICHE ***… „

Liebes Tagebuch, aus Gründen des Jugendschutzen verzichte ich hier seinen unflätigen Wortschwall wiederzugeben, nur für den Fall der Fälle, dass dies hier mal jemand anderes liest. Vor allem weiss ich gar nicht was er denn hat? Vielleicht hat er selber zu viel von seinem eigenen Zeug gefressen?

Mit hochrotem Gesicht eilt er davon und schreit Q noch zu „Ich war nie hier, entsorgen kannst die Hohlbirne selber“ und rennt davon.

Ich weiss nicht ganz, was er damit ausdrücken wollte. Aber egal, die Kapseln scheinen nicht allzu stark zu sein, aber ein angenehmes heiteres Summen im Kopf geben sie schon. Ich beschliesse mal zu schauen wie weit Q ist, ohne Schuhe komm ich mir nämlich nackt vor. Aber erst werfe ich mir noch eine Blaue ein…

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Novelle